MID:<87znzzmy3q.fsf@quux.de>
[...] bei denen wurde (wird) auch keine Klimaanlage benoetigt, den dann koennte man die Kaffeetassen ja nicht mehr auf dem 19" Schrank warmhalten.
MID:<36f3df79.8500.6143@RAINER.BILKINFO.de>

Von:Rainer Kersten (r.kersten@BILKINFO.de)
Betrifft:Re: Achmed und die AOL Hotline
Newsgroups:de.alt.sysadmin.recovery
Datum:2002-04-28 08:37:23 PST
Jens Link(Jens Link) meinte am 27.04.2002:
> Marc Haber <mh+usenet0113@zugschlus.de> writes:
> > Trockenbau. Die Tür ist vermutlich massiver als die Wand. Hat den
> > Vorteil, dass man beim Vorbeilaufen hören kann, ob da drin die
> > Betriebslage normal.
> Und das ist auch nicht schlimm, da keiner versuchen wird durch die Wand
> in den Serverraum zu gelangen sondern sich lieber Stundenlang an der
> Tuere versucht.
> 
> Hat mir so ein Sicherheitsmensch erklaert, es gibt wohl Studien dazu.

Das glaube ich sofort. Und ja, ich bin Fan von security by 
obscurity. Jedenfalls im RL. Jedenfalls, solange keiner von 
Euch in der Nähe ist.

Profis wissen mit einem Blick, wovon sie die Finger lassen, 
weil sowieso nix Interessantes zu holen ist. 
Durchschnitts-Einbrecher: IQ = Aussentemperatur.

Wir hatten aufm Marktplatz einen Anhänger mit 
Kühlkoffer-Aufbau für den Frischkram[1]. Der hat die bei Containern 
übliche zweiflügelige Tür über die gesamte Stirnbreite und 
-Höhe. Schlösser samt Halterungen der Original-Riegel sind rott. 
Irreparabel.

Wir haben die Türflügel mittig mit einem Riegel verbunden und ein 
dickes Vorhängeschloss drangehangen. Für Lockpicker kein 
Problem, aber für $drunken, $junkie und $tennie reichts locker.

Man schiebt unseren Riegel (abgeschlossen!) so weit wie geht 
nach rechts, und macht einfach die beiden 
Original-Schwenkriegel auf. Schloss bleibt zu, beide 
Türflügel gehen auf[2].

Das hat jahrelang funktioniert. Die Kratzer, Beulen und Schrammen 
von den Einbruchsversuchen sehen wirklich beeindruckend aus. 
_Keiner_ von diesen Mutanten ist jemals auf die Idee 
gekommen, die Tür schlicht und einfach zu öffnen[3].

Mit Alarmanlagen ist es dasselbe Spiel. Diese MCHEs[4] 
legen mit den wildesten Techniken die sauteuren 
elektronischen Systeme lahm, knacken das Schloss, kommen 
rein, legen sich über den Stolperdraht auf ihre 
hochqualifizierte Fresse, kriegen als Zugabe nen Eimer Wasser aufn 
Schädel, und flüchten dann völlig entnervt vor der guten alten 
mechanischen Telefon-Aussen-Klingel[5].

Klingel abschalten, Wasser aufwischen, Stolperdraht spannen, 
Alarmanlagen-Fake wieder geradebiegen oder saubermachen 
oder so, Tür wieder abschliessen, fertig is. Bei Gelegenheit 
kurze Info an $dorfsheriff.

Auch nett: Unseren Serverschrank hat noch _niemand_ ohne 
Bedienungsanleitung aufgekriegt. Das Schloss fehlt. Im 
Sinne von: Es ist keins drin. Es gibt keins. Sogar der 
Vorsitzende vom lokalen SSDEV hats nicht geschafft. :-)))
Da baue ich doch kein Schloss ein! _Das_ kriegen die auf.

Was andere besser können, sollte man anderen überlassen. 
Also: Hackt Ihr die Rechner, ich hacke das Leben.

Gut gesicherte Grüsse
Rainer

[1] Ja, das ist das Kühlhaus, was jetzt in der Halle steht.
[2] Vorher fummelt man ein wenig am Schloss rum, damit es 
für zufällige Beobachter so aussieht, als würde man 
aufschliessen.
[3] Interessierten kann ich das hier vorführen.
[4] M$ certified housebreaking engineer
[5] Nein, nicht bei mir. Bei befreundetem Unternehmen. Wir 
machen das anders. :-))) Es hat lange keiner mehr 
versucht. Schade eigentlich...

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